Copywriting – Let’s talk about text.

Copywriting

„Pass bloß auf, was du sagst!“

 

Egal, ob es dir bewusst ist und vollkommen egal, ob es dir schmeckt – nicht kommunizieren geht nicht. Niemals. Wir senden ständig Botschaften. Pausenlos. Immer. Ich übertreibe? Oft und gerne. Doch nicht dieses Mal. Was Paul Watzlawick einst sehr treffend formulierte, hat im digitalen Informationszeitalter sogar noch an Bedeutung gewonnen: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ In diesem Beitrag führe ich dich an das Thema Copywriting heran, indem ich dir zeige, welche Schwierigkeiten unbewusste Botschaften mit sich bringen können und warum eine strategische Kommunikationsweise so ein unglaublich mächtiges Werkzeug ist.

 

Unbewusste Statements

 

„Ich sag da besser nix zu.“ 

Ein Satz, der einen regelrecht zur Weißglut treiben kann. Aber wieso eigentlich? Die Person hat doch im Grunde gar nichts gesagt. Und doch hat sie ein Statement abgegeben. Was auch die Beweggründe für die Zurückhaltung sein mögen, eine solche Stellungnahme macht vor allem eins: neugierig. Jetzt will man natürlich wissen, warum die Person dazu „besser nix“ sagen möchte und überhaupt impliziert das Wörtchen „besser“, dass da irgendwie was im Busch sein muss. Dieser Umstand macht das Ganze um so spannender. Wer also sagt, dass er dazu besser nichts sagt, der hat damit bewusst oder unbewusst eine Botschaft gesendet, die seine Meinung zu dem Thema für den anderen noch viel interessanter macht und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sein/ihr Standpunkt nun erst recht im Fokus des Interesses stehen wird.

Schauen wir uns noch ein kurzes Beispiel an. Diesmal ein gutgemeinter Fehler, der immer wieder gerne gemacht wird. 

Schweigen ist Gold

Luise hat sich vor Kurzem als Coachin (jap, gendern muss sein) selbstständig gemacht. Da sie noch am Anfang ihrer Selbstständigkeit steht, möchte sie Zeit und Geld sparen und beschließt vorerst auf eine Website zu verzichten. Irgendwann will sie das nachholen. Irgendwann, wenn sie mehr Kunden hat und sich das Ganze auch wirklich lohnt. „Dann“, denkt sich Luise, „ziehe ich eine professionelle Website im großen Stil auf.“ Doch bis es so weit ist, lässt sie lieber die Finger vom Copywriting, bevor sie womöglich noch etwas nach Außen kommuniziert, das bei ihrer Zielgruppe nicht gut ankommt. Im Grunde kein schlechter Gedanke.  

Luise ist sich der Macht der Worte durchaus bewusst. Sie weiß, dass eine unprofessionelle Seite mit entsprechenden Texten negative Folgen für ihre Selbstständigkeit und die Kundenakquise hätte. Das Blöde ist nur, dass Luise, obwohl sie wirklich gute Coachings macht, auch nach einem halben Jahr kaum neue Kunden generieren konnte. Was ihr nämlich nicht bewusst war, ist, dass sie auch mit ihrer Entscheidung im Internet „nicht zu kommunizieren“, Botschaften gesendet hat. Zum Beispiel an Karl. 

Karl hatte Luise vor ein paar Wochen zufällig kennengelernt und interessierte sich für ihr Angebot. Da er aber noch unsicher war, ob Luise wirklich zu ihm passen würde, wollte er sich erstmal auf ihrer Website informieren. Schade nur, dass es keine gab. Karl schlussfolgerte, dass Luise entweder noch über sehr wenig Erfahrung verfügen musste oder es wohl nicht für nötig hielt eine Website zu pflegen. Beide Möglichkeiten schreckten ihn ab und dann stieß Karl auf ein Angebot eines anderen Coach und vereinbarte noch am selben Tag einen Termin bei ihm. Schweigen ist also nicht immer Gold.

An diesen Beispielen wird deutlich, wie verhängnisvoll „unbewusste Statements“ im privaten und beruflichen Kontext sein können. Die gute Nachricht: Bewusste Statements sind noch viel mächtiger, denn sie lassen sich gezielt einsetzen. 

 

Die alles entscheidende Frage ist also nicht, ob du kommunizierst, sondern immer nur, wie du kommunizierst. 

 

 Virtuelle Viel(ver)sprecher*innen

Luise wollte auf keinen Fall eine von Millionen unglaubwürdigen Vielversprecher*innen des World Wide Web sein. Eine mehr, die den Leuten das Blaue vom Himmel verspricht und sie zulullt, wie kompetent und innovativ sie doch ist. Hohle Phrasen findet man zuhauf im Internet. Dabei macht es genauso wenig Spaß sie zu verfassen, wie sie zu lesen. Aber lohnt es sich denn überhaupt hier Zeit und/oder Geld in Copywriting zu investieren?

Nirgendwo wird so viel gleichzeitig, durcheinander und laut gesprochen, wie im Internet. Wie soll man sich da überhaupt Gehör verschaffen und was zur Hölle soll man sagen, in dem Wissen, dass diese Worte für Jedermann Tag und Nacht überall auf der Welt verfügbar sind? 

Das ist aber nur eine Perspektive. Aus einer anderen Warte betrachtet, sieht das ganze nämlich so aus:

Angenommen du hast eine Botschaft (I’m sure you have!). Jetzt stell dir vor, du hättest die Möglichkeit sie mit der Welt zu teilen, dabei ständig neue Menschen zu erreichen und das 24/7, rund um die Uhr. Was ’n Hammer! Alles, was du brauchst, ist ein Plan – also eine Strategie. Deine Strategie ist das Cocktailkleid, mit dem du deine Botschaft verpackst. Kein Korsett. Nix Aufgesetztes. Etwas, das zu dir passt und mit dem du unter Leute gehen kannst: Das sind deine Copywriting-Texte. Keine Vielversprecher. Sondern deine Idee auf den Punkt in Szene gesetzt. Wem das gelingt, der sticht unter leeren Worthülsen hervor, wie ein voller Getränkeautomat inmitten einer Wüstenlandschaft. Und dann macht Botschaften erzählen plötzlich genauso viel Spaß, wie deiner Zielgruppe sie zu lesen. 

Im nächsten Artikel erfährst du, was eigentlich hinter dem Wörtchen „Copywriting“ steckt, woran du einen guten Text erkennst und warum jeder gute Texter im Grunde ein Verpackungskünstler ist.

Die Zutexterin 

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